Bahnhof Deidesheim -Stellungnahme der SPD Fraktion

Kommunales

Bahbhof Ost VorplatzBild : MH-Infoline

Stellungnahme der SPD-Fraktion im Stadtrat Deidesheim zur Planung der Verlegung der Bushaltestelle auf die Ostseite

1. Die VG wurde mit Schreiben der Kreisverwaltung vom 15.11.2017 aufgefordert, die Haltestelle am Bahnhof Deidesheim barrierefrei auszubauen. Es ist nicht nachvollziehbar, wieso die Planung über Jahre verzögert wurde und jetzt, in aller Eile, durchgezogen werden soll. In diesem Zusammenhang möchte die SPDFraktion erfahren, wann dem Ingenieurbüro K. der Auftrag für eine Entwurfsplanung vorgelegt wurde. Wir erinnern daran, dass wir bereits in 2020 auf die Dringlichkeit der Maßnahme hingewiesen haben.

2. Laut Vorlage zur Ratssitzung hat das Ingenieurbüro K. verschiedene Varianten zur „näheren Betrachtung“ als Entwurf geplant. Alle Varianten seien mit der KV und VRN besprochen worden. In dieser Vorplanung hätte sich nur eine praktische Lösung ergeben. Dieses Verfahren ist inakzeptabel, denn wenn mit Mitteln der VG und/oder der Stadt ein Planungsauftrag vergeben wird, haben die entsprechenden Räte das Recht, alle vorgelegten Vorschläge einzusehen. Dass nunmehr über einen einzigen, dem Rat vorgelegten Plan entschieden werden soll, ist vom Verfahren her nicht zu billigen, zumal der Eindruck besteht, dass dieser Entwurf in der gebotenen Eile „durchgewunken“ werden soll.

3. Die auf Seite 2 aufgelisteten Vorteile der barrierefreien Haltestelle sind durchweg positiv – sofern sie auch realisiert werden. a. Das Thema „laufende Motoren“ ist insofern brisant, als schon jetzt, trotz Intervention des VG-Bürgermeisters, die Motoren bis zu 25 Minuten laufen gelassen werden – und das innerhalb des Ortes. Es muss leider bezweifelt werden, dass sich dieser Zustand auf der Ostseite signifikant verbessern wird. b. Bei den derzeitigen Fahrplänen entstehen Wartezeiten bis zu 25 Minuten, insbesondere bei der Linie 512. Um das Ziel einer 10-minütigen Wartezeit an den neuen Haltestellen zu realisieren, müssen die Fahrpläne strukturell völlig neu aufgestellt werden. c. Zu unterschiedlichen Zeiten machen Busfahrer eine Pause, die bis zu einer Stunde dauern kann. Hierzu wird zurzeit die „Bedarfshaltestelle“ zwischen den Straßen „Heckenackerweg“ und „Im Kathrinenbild“ genutzt. Eine solche Möglichkeit gibt es an den neuen Haltestellen nicht. d. Es ist korrekt, dass busfahrende Schülerinnen und Schüler der IGS nicht mehr die Gleise queren müssen. Es gibt allerdings eine große Zahl derer, die weiterführende Schulen in Neustadt besuchen. Für diese ist eine Querung der Gleise weiterhin notwendig.

4. Bei der jetzigen Situation der Haltestellen hat quasi jede Linie ihre eigene Haltestelle. Dies wird bei der Verlegung entfallen und es wird nicht zu vermeiden sein, dass sich Busse der verschiedenen Linien zeitgleich an den Haltestellen einfinden bzw. sich beim Warten in die Quere kommen. Aus diesem Grund erscheint die Gesamtlänge der Haltebuchten als nicht ausreichend. Hinzu kommt, dass für die Linie 580 überlange Gelenkbusse fahren, für die schon allein eine Haltestelle zu kurz sein könnte.

5. Da, wie bereits erwähnt, die neuen Haltestellen mehrere Linien bedienen, sind die Unterstellmöglichkeiten bei Regen usw. zu knapp bemessen. Zu Schulzeiten werden die Haltestellen überwiegend von Schülern in großer Zahl benutzt, die sich jetzt noch am Bahnhofsgebäude und dem einzigen Unterstand an der Westseite unterstellen können. Die geplanten Kapazitäten werden auf der Ostseite nicht ausreichen.

6. Die neuen Haltestellen befinden sich an einer vielbefahrenen Straße. Auf dem Plan „Ausbauquerschnitt I-I“ ist die Breite so dargestellt, dass neben den haltenden Bussen auch PKWs bequem Platz haben, die Busse zu passieren. Nicht bedacht wurde offensichtlich, dass auf dieser Straße auch viele LKWs fahren, die die in der Nähe ansässigen Supermärkte beliefern. Aus diesem Grund darf angezweifelt werden, ob die vorgesehene Gesamtbreite ausreicht.

7. Die neuen Haltestellen werden zu Schulzeiten, wie auch bisher, überwiegend „Schulbushaltestellen“ sein. Aus diesem Grund ist es sicherlich mehr als überlegenswert, diesbezüglich vorhandene „Schutzmöglichkeiten“ wie Gitter usw. zu überdenken. Ein praktisches und vor allem sinnvolles Beispiel ist in der Kanalstraße in Bad Dürkheim vor dem Schulzentrum eingerichtet worden.

8. Es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass Schülerinnen und Schüler und andere bzw. ältere Menschen die Straße „unkontrolliert“ überqueren. Viele

9. Menschen neigen dazu, sich immer den kürzesten Weg zu suchen, und dies geschah und geschieht immer noch sehr häufig unmittelbar vor oder hinter den haltenden Bussen. Ein hinter einem Bus plötzlich auftauchendes Kind ist ein Alptraum, zu oft hat es hier schon tödliche Unfälle gegeben.

10. Der geplante Überweg über die Appengasse muss gut sichtbar markiert werden, außerdem müssen in beiden Richtungen schon weit voraus Hinweisschilder auf einen Überweg hinweisen. Eine gelb blinkende Ampel am Überweg selbst ist unabdingbar.

11. Wenn jetzt über großräumige Veränderungen am Bahnhof entschieden werden soll, fehlen zwei wichtigen Komponenten. Dies ist zuerst die Planung von Fahrradboxen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Deidesheim hier die Augen vor einer notwendigen Investition verschließt. An den meisten Bahnhöfen der Region werden diese Boxen installiert, und es gibt nur positive Rückmeldungen. Die Fahrradboxen kämen im Übrigen nicht nur den Pendlern, sondern insbesondere auch Touristen zu Gute.

12. Die zweite dringende bauliche Maßnahme, die jetzt ergriffen werden muss, ist der Bau einer Toilettenanlage. Der Bahnhof Deidesheim ist nicht nur Haltepunkt für Linienbusse und Regionalbahn, sondern ein zentraler Punkt für Gäste bei Festen usw. Ein großer Teil Besucher kommt mit Reisebussen am Bahnhof an, und es gibt nicht eine einzige öffentliche Toilette. Die Folge: Kein Ort um den Bahnhof ist vor Verschmutzung sicher: Man verrichtet seine Notdurft in der kleinen Grünanlage oder in den benachbarten Wingerten. Selbst die kleine Wohnanlage Prinz-RupprechtStraße/Am Bahnhof bleibt nicht verschont. Dort installiert der Hausmeister zu Zeiten von Kerwe und Weihnachtsmarkt Fluter, die mit Bewegungsmeldern ausgelöst werden, um das Verrichten der Notdurft zu verhindern.

 

 

 
 

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