Interview der Mittelhaardt-Infoline mit Christoph Spies

Pressemitteilung

Christoph Spies
Christoph Spies MdL

 

 

  1. Die Corona-Krise stellt nicht nur den Bund, sondern auch die Bundesländer vor große Probleme. Anstatt eine gemeinsame Linie zu fahren hat man den Eindruck, dass jedes Land meint, die beste Lösung zu haben. Siehst du diese "Kleinstaaterei" als sinnvoll an?

 

Die derzeitige Lage ist in jeglicher Hinsicht außergewöhnlich: Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist eine weitreichende Reduzierung von Kontakten erforderlich, da sich das Virus oftmals symptomfrei und daher zunächst unerkannt weiterverbreitet. Das Infektionsgeschehen weist regionale Unterschiede auf. So geht die jüngste Verbreitungswelle maßgeblich von urbanen Räumen aus und setzt sich verzögert auch in ländlichen Räumen fort.

 

In der Corona-Krise steht die Politik vor einer bisher nie dagewesenen Herausforderung. Somit gab es nicht einen Standardlösungsweg. Jede Maßnahme wurde auf Grundlage der aktuellen Erkenntnisse und Prognosen veranlasst. In dieser Situation hat sich der Föderalismus aus mehreren Gründen aber gerade bewährt. Die erforderlichen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung der Menschen und zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung mussten vor Ort umgesetzt werden. Die Landesregierung kann durch ihre Nähe und Vernetzung zu den Krankenhäusern und Verwaltungen besser als die Bundesregierung durch politische Entscheidungen reagieren und Akzeptanz sichern.

 

Ebenfalls haben die Länder auf die Pandemie differenziert reagiert. Durch die verschiedenen Ansätze konnten mehrere Lösungswege zeitgleich umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit evaluiert werden.

 

Die Länder haben, zusammen mit der Bundesregierung, gleichwohl koordiniert gehandelt, und zwar durch Vereinbarungen, die den Landesregierungen Handlungsspielräume beließen. Diese Kombination aus dezentraler und koordinierter Politik ist geeignet, die angesichts der unsicheren Entwicklung notwendige Anpassungs- und Lernfähigkeit von Politik und Verwaltung zu gewährleisten.

 

Liegt das Infektionsgeschehen jedoch bundesweit über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner, sollte die Infektionsbekämpfung nach einer bundesweit möglichst einheitlichen Strategie erfolgen, um mögliche infektiologische Wechselwirkungen und Verstärkungen zwischen einzelnen Regionen auszuschließen und die Akzeptanz der erforderlichen Maßnahmen in der Bevölkerung zu erhöhen.

 

  1. Die Landtagswahlen werfen ihre Schatten voraus, auf der Kandidatenliste der SPD rangierst du auf einem aussichtsreichen Platz. 

Bist du mit dem Ausgang des Parteitages zufrieden?

Die Landesliste der SPD Rheinland-Pfalz soll die rheinland-pfälzische Gesellschaft in all ihren Facetten abbilden. So ist unsere Liste bis Platz 42 strikt abwechselnd mit Frauen und Männern besetzt. Der Frauenanteil beträgt über 40 Prozent. Außerdem vereint die Liste Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Regionen des Landes sowie bereits im Landtag vertretene Abgeordnete und neue Gesichter. Auch altersmäßig ist die Liste mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren sehr gut und die Spannbreite des Alters von 27 bis 68 Jahre spiegelt ebenfalls unsere Gesellschaft wider. Auch finde ich die beruflichen Hintergründe der Kandidatinnen und Kandidaten sehr bemerkenswert.

 

Neben diesen Faktoren ist natürlich auch die Leistung im Landtag ausschlaggebend und somit stellt Platz 28 ein sehr positives Feedback für meine bisherige tägliche Arbeit dar.

 

Ein sehr guter Platz für mich – jedoch bedeutet dies kein automatischer Einzug ins Parlament, sondern ist ein Ansporn, unsere Politik für die Bürgerinnen und Bürger im Wahlkreis Bad Dürkheim/Grünstadt weiterzuführen. Und dies kann nur mit dem Erreichen des Direktmandats sicher umgesetzt werden!

 

  1. Welche inhaltlichen Schwerpunkte würdest du persönlich für die nächste Legislaturperiode setzen?

Ich bewerbe mich für die kommende Landtagsperiode. Und in dieser neuen Periode möchte ich zurück zu meinem alten Schwerpunkt.

 

Mein bisheriger Schwerpunkt lag im Gesundheits- und Pflegewesen. Seit der Ausbildung zum Sozialversicherungsangestellten habe ich bei einer großen Krankenversicherung mit einer Unterbrechung – der Abordnung zum Sozialministerium - gearbeitet. Meine Weiterbildung zum Betriebswirt und mein Bachelorstudium Gesundheitsökonomie und Masterstudium Health Care Management haben ebenfalls Bezug zum Gesundheitswesen. Selbstverständlich möchte ich dieses Knowhow auch in meine politische Tätigkeit einfließen lassen.

 

  1. Mit welcher Taktik (oder Mitteln) kann die SPD ein Wachstum der AfD verhindern?

Am 9. November 2019 habe ich an einem Gespräch mit vielen Schülerinnen und Schülern in der IGS Deidesheim / Wachenheim teilgenommen. Neben einer weiteren Volkspartei war bei dieser Podiumsdiskussion auch die AFD vertreten und hat sich nach wenigen Minuten selbst entzaubert. Die inhaltsleeren Phrasen wurden von den Schülerinnen und Schülern entlarvt und auf den Punkt gebracht.

 

Gerade solche Momente zeigen mir, dass die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern ausschlaggebend ist.

 

Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger abholen und durch eine klare sozialdemokratische Politik wiedergewinnen. Wir setzen unsere Ansichten in tatsächliche Politik um und gerade in Rheinland-Pfalz ist uns dies gemeinsam 30 Jahre lang gelungen! Das müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern klar und deutlich vermitteln.

 
 

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